Natürliche Giftresistenz bei Schlangen könnte einen Weg zu wirksameren Gegengiften eröffnen. Forschende, die die Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox) untersuchten, analysierten metalloproteinase-hemmende Proteine in ihrem Blut.
Einzeln boten einige dieser Proteine nur einen bescheidenen Schutz. In bestimmten Kombinationen stieg ihre giftneutralisierende Wirkung jedoch stark an. Laborarbeiten berichteten von starker Aktivität gegen mehrere Gifte, und Schutzwirkungen wurden auch in Mausexperimenten beobachtet.
Die Ergebnisse sind interessant, weil aktuelle Gegengifte oft artspezifisch, teuer in der Herstellung und von Charge zu Charge unterschiedlich sind. Eine breiter wirksame Behandlung auf Basis definierter Proteinkombinationen könnte langfristig Standardisierung und Verfügbarkeit verbessern.
Es handelt sich jedoch weiterhin um präklinische Forschung. Sicherheit beim Menschen, Dosierung, Herstellung und Wirksamkeit bei verschiedenen Schlangenarten müssen noch umfangreich getestet werden.
Quelle: Carroll et al., Proceedings of the National Academy of Sciences (2026), DOI: 10.1073/pnas.2612168123.

